SCHRIFT

Ein dauerhaftes Gewerbegebiet am Augustusweg lässt sich kaum noch verhindern.

Anfang November 2017 wurde im Stadtrat ein Antrag der Grünen abgelehnt, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 3005 Hellerberge zurückzunehmen. Im Folgenden möchten wir die Konsequenz dieser Entscheidung im geschichtlichen Kontext dieses Gewerbegebietes erläutern.

Nach der Wende wurden die bereits zu DDR-Zeiten gewerblich genutzten Flächen am Augustusweg von den Firmen Beutelhäuser (Nordseite) und Richter (Südseite) erworben. Die Stadt Dresden erlaubte eine befristete gewerbliche Nutzung der Grundstücke auf der Nordseite, nicht jedoch für die Südseite, wo die gewerbliche Nutzung bis heute illegal ist. Der damalige Stadtrat und die Verwaltung waren sich darüber einig, dass dieses Gelände einmal wieder der Natur übergeben werden sollte und überhaupt, nur wegen kurz nach der Wende fehlender erschlossener Gewerbegebiete, eines auf Zeit sein sollte.

Landschftsschutzgebiet? Das war einmal!

Der Flächennutzungsplan von 1996 weist daher auch am Augustusweg nur Grünfläche aus und auch der 1998 verabschiedete Bebauungsplan sieht nach Auslaufen der befristeten gewerblichen Nutzung eine Renaturierung der Flächen vor. Dieser B-Plan ist zurzeit noch gültig. Zudem liegt die aktuell gewerblich genutzte Fläche vollumfänglich im Landschaftsschutzgebiet.


Im neuen Flächennutzungsplan (links) verschließt das Gewerbegebiet (grau) die einzige noch verbliebene Verbindung zwischen Heller und Junger Heide. Rechts der alte FNP von 1996.

Im Jahr 2013 hat der CDU/FDP dominierte Stadtrat beschlossen, einen neuen Bebauungsplan mit dem Ziel aufzustellen, das Gelände in ein dauerhaftes Gewerbegebiet umzuwandeln. 2015 wurde der neue Flächennutzungsplan (FNP) wirksam, in dem die noch im Vorentwurf vorhandene Grünfläche nun als Gewerbegebiet ausgewiesen ist und im Herbst 2015 wurde der Vorentwurf des B-Planes öffentlich ausgelegt.

Der Bürgerverein hat seine ablehnende Haltung zu dem Gewerbegebiet immer wieder gegenüber Verwaltung und Politik begründet, so z.B. vor der Abstimmung zum Aufstellungsbeschluss 2013, im Änderungsersuchen zum neuen FNP oder in Einwänden zum B-Plan Vorentwurf. Zuletzt haben wir mit einem Positionspapier (Anlage) bei allen Fraktionen dafür geworben, dem Antrag der Grünen auf Aufhebung des B-Plans 3005 zuzustimmen. Leider vergeblich, sogar die SPD, die 2013 und in der Diskussionsrunde im Mai 2015 unsere Position noch voll unterstützte, hat den Antrag abgelehnt.

Am Augustusweg, an diesem sensiblen Nadelöhr zwischen Heller und Junger Heide wird die Natur nicht wieder zurückkehren. Für die Firmen vor Ort haben sich Rechtsanwälte und Lobbyarbeit gelohnt. Sie machen einen Millionengewinn durch die Aufwertung ihrer Grundstücke.

Wolfgang Gröger

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